Bürger sollen von Sonne profitieren


Stadt Schömberg plant Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden für ihre Einwohner
Schömberg/Schörzingen, 23.06.2012

von Hannes Mohr
Schömberg will auf den Dächern seiner Gebäude aus Bürgerhand finanzierte Solaranlagen errichten. Einige Bauwerke wurden bereits in Augenschein genommen. Eine Prüfung der Statik steht aber noch aus.

Geplant sind Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Bauhofs, der Schulen, der Sport- oder Festhallen sowie der Kindergärten beider Orte. Die Dächer der Bauwerken hat die Firma „Trick“ im Auftrag der Stadtverwaltung kürzlich geprüft. Die Ergebnisse präsentierten Geschäftsleiter Heinrich Trick sowie Vertriebsleiter Markus Trick in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend. Eine Untersuchung der Bedeckungsstatiken gab es vorerst aber keine.

Während die Stadt Schömberg ihre Dachflächen zur Verfügung stellt, werden die darauf befindlichen Solaranlagen von Bürgern finanziert. Beteiligen kann sich jeder Einwohner aus Schömberg oder Schörzingen. So wird umweltfreundlicher Strom produziert und die Beteiligten haben eine Geldanlage mit Chance auf Rendite. Nach Tricks Berechnungen könne man im Jahr 341 660 Kilowattstunden Strom produzieren und somit jährlich 4883 Euro einsparen. „Auf eine Zeit von 20 Jahren kommen so knapp 100 000 Euro Einsparung zustande“, so Trick.

Die Bürger, wollen sie sich beteiligen, müssten eine Gesellschaft gründen, um die Vorteile nutzen zu können. „Das wäre eine GmbH & Co. KG oder eine UG & Co. KG“, sagte Trick. Gewinne würden entsprechend der Anteile ausgezahlt. Anteile sollten nach Tricks Meinung zwischen 2000 und 20 000 Euro liegen. Auf Nachfrage aus dem Gemeinderat bestätigte der Fachmann, dass natürlich die Gefahr bestehe, dass die Gesellschaft Verlust macht. Dieser würde gleichfalls verteilt werden.

Um abzuklopfen, ob überhaupt Interesse unter den Bewohnern besteht, lädt die Stadt Schömberg ihre Bürger am Mittwoch, 18. Juli, um 19 Uhr in der Stauseehalle zu einer Informationsveranstaltung ein. Dort können sich die Einwohner detailliert über das Projekt informieren.

Chancen und Risiken einer Bürgersolargesellschaft

Insgesamt 20 Jahre soll durch die Stromproduktion Kosten eingespart werden. Ab dem 20. bis zum 25. Jahr wird dann der Gewinn vergütet. Davon erhält 30 Prozent die Stadt für die Dachflächen, 70 Prozent bekommen die Investoren ausgezahlt.

Eine Rendite von sechs bis acht Prozent ist das Ziel der Gesellschaft. Neben dem monetären Vorteil tragen die Investoren aktiv zur Energiewende bei. Zudem bleibt alle Wertschöpfung in der Stadt Schömberg und bei den beteiligten Bürgern.

Natürlich kann eine Gesellschaft auch Verlust machen. Größte Gefahr ist, dass sich ein Dach nach statischer Prüfung als ungeeignet für die Anlage herausstellt. Gelder für Gutachten sind dann ausgegeben, ohne einen Wert generiert zu haben.

Link zu dem Original Artikel: http://www.zak.de/artikel/129547/