Rat gibt grünes Licht für Sonnenenergie.

Schwarzwälder-Bote, 14.09.2012 00:55 Uhr

Sonnenenergie Schömberg Bericht Schwarzwälder Bote

Von städtischen Dächern wie dem der Schömberger Grundschule und der Stauseehalle soll bald Strom fließen. Von der Sonnenenergie Schömberg-Schörzingen verlangt die Stadt eine Pacht von zwei Euro je Quadratmeter und Jahr. Foto: DeckertFoto: Schwarzwälder-Bote

Von Gert Ungureanu:

Schömberg. Von den städtischen Dächern in Schömberg wird bald Strom fließen: Der Gemeinderat hat die Verpachtung an die Sonnenenergie Schömberg- Schörzingen einstimmig beschlossen – mit Ausnahme des Dachs der neuen Halle, denn dafür liegt kein Statik-Gutachten vor.

Der Gestattungsvertrag, der heute im Schömberger Rathaus unterzeichnet wird, sieht unter anderem vor, dass je Quadratmeter Nutzfläche und Jahr eine Pacht von zwei Euro verlangt wird. Dem Gestattungsvertrag liegt ein Mustervertrag des Gemeindetags zugrunde.

Die Stadt will den umweltfreundlichen Strom abnehmen zu den gleichen Konditionen, zu denen sie Strom von den Überlandwerken Eppler bezieht. Die Leistung ist auf 21 Jahre begrenzt, und die Stadt verlangt von der Solargesellschaft eine Bürgschaft von 5000 Euro – für den Fall, dass an den städtischen Gebäuden Schäden auftreten sollten.

Gerade diese Bürgschaft sorgte im Gremium für Diskussionsstoff. Die Gesellschaft habe darum gebeten, auf die Bürgschaft zu verzichten, sagte Bürgermeister Karl-Josef Sprenger. Aus Sicht der Stadt habe er keine Bedenken, die Bürgschaft aus dem Vertrag zu streichen, um den Bürgern aus Schömberg und Schörzingen, die zwischen 2000 und 20 000 Euro in die Gesellschaft eingebracht haben, auf die Art und Weise entgegenzukommen.

Gemeinderat Joachim Netzer beantragte anstelle der Bürgschaft eine Verrechnungsoption: Sollte Schaden entstehen, könnte die Stadt ja kostenlos Strom beziehen, bis der Schaden ausgeglichen sei. Aber damit konnte sich das Gremium nicht anfreunden: Bei nur einer Ja-Stimme, acht Nein-Stimmen und drei Enthaltungen wurde der Antrag abgeschmettert. Auch der zweite Vorschlag Netzers, im Schadensfall die Anlage nach 21 Jahren zu beschlagnahmen und zu verkaufen, fand keine Gegenliebe.

Auf die Frage, warum ausgerechnet die neueste Halle ungeeignet sei für Photovoltaikanlagen erklärte Stadtbaumeister Ralf Allgaier, dass das Hallendach eine Anlage sehr wohl tragen könne. Zwar sei beim Bau sehr schlank kalkuliert worden, aber das Dach sei so ausgelegt, dass es noch eine Reserve von 2,8 Prozent habe, Schneelast mit einkalkuliert.

Der Mietpreis sei definitiv nicht indiziert, antwortete Bürgermeister Sprenger auf die Anfrage von Joachim Netzer. Der Gemeinderat hatte sich erkundigt, ob die Pacht an die Inflation angepasst werde.

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