Presse: “Umdenken nur halbherzig erfolgt”

Schömberg. Schwarzwälder-Bote.

Dotternhausen (bv). “Warum die späte Einsicht?”, fragt sich der Dotternhauser Unternehmer Heinrich Trick angesichts der schnellen Energiewende der Regierungskoalition nach der Atomkatastrophe in Japan in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin, Minister und Abgeordnete: “Zum Atomstrom gab und gibt es ausreichend Alternativen.”

Machtlos, so Trick, müsse man zusehen, wie Atomreaktoren todbringende radioaktive Strahlungen aussendeten. Dass rasch gehandelt worden sei, sei richtig. Nur dränge sich der Verdacht auf, dass das Umdenken bei CDU und FDP aus wahltaktischen Gründen und nur mit halbem Herzen erfolge, errinnert Trick daran, dass ohne Not der Atomausstieg gekippt und den Reaktoren längere Laufzeiten zugestanden worden seien.

“Wenn nun innerhalb weniger Tage mehrere Kraftwerke vom Netz genommen werden können, wurde uns bislang etwas vorgegaukelt.” Trick erinnert daran, dass Vertreter der Solarbranche schon vor mehr als einem Jahr den verantwortlichen Politikern ihre Sorgen und Ängste mitgeteilt hätten.

Innerhalb eines Jahres habe die Regierung die Solar- und insbesondere die Fotovoltaikbranche an die Wand gefahren und eine zukunftsweisende Technologie abgewürgt. So vermissten viele Unternehmer eine verlässliche, ehrliche und weitsichtige Regierungspolitik. Denn es wäre möglich, einen Großteil des Energiebedarfs mit erneuerbaren Energien zu decken.

So fordert Trick unter anderem eine dezentrale Energieversorgung, den Ausbau der Fotovoltaik, eine Förderung der solaren Elektromobiltät und die Auflage, dass 55 Prozent des Energiebedarfs der Gemeinden aus dezentralen Energien herzustellen seien. “Nur eine Politik, bei der der Mensch und die Umwelt im Mittelpunkt stehen, ist zukunftsfähig”, schließt Heinrich Trick seinen offenen Brief.